Social Entrepreneurship für die Politik

Social Entrepreneurship denkt Wirtschaft und Gesellschaft auf innovative Weise zusammen – für eine ökologisch und sozial nachhaltige Zukunft

Social Enterprises arbeiten häufig an gesellschaftlichen Herausforderungen

Seit der Grün­dung von SEND ist ein Schwer­punkt unserer Arbeit, der Politik Impulse zu geben, welche Rah­men­be­din­gun­gen für die Ent­wick­lung von inno­va­ti­ven Lösun­gen für gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen not­wen­dig sind. Dies wurde auch von der aktu­el­len Regie­rung auf­ge­grif­fen – so im Koali­ti­ons­ver­trag der 19. Legis­la­tur­pe­ri­ode, Regie­rung CDU/CSU und SPD (2018):

„Social Entre­pre­neurs­hip spielt bei der Lösung aktu­el­ler gesell­schaft­li­cher und sozia­ler Her­aus­for­de­run­gen eine zuneh­mend wich­ti­ge Rolle. Social Entre­pre­neurs­hip wollen wir noch stärker als bisher fördern und unterstützen.“

Welches Ziel verfolgen Social Entrepreneurs?

Das Ziel von Sozi­al­un­ter­neh­men ist es, inno­va­ti­ve Ansätze zur Über­win­dung gesell­schaft­li­cher Pro­ble­me zu ent­wi­ckeln und zu ver­brei­ten. Dabei sind sie ein wich­ti­ger Bau­stein auf dem Weg, die Werte unserer Sozia­len Markt­wirt­schaft in eine kom­ple­xe, von schnel­lem Wandel gepräg­te Welt zu führen. Häufig arbei­ten Sozi­al­un­ter­neh­men an der Schnitt­stel­le zur öffent­li­chen Hand und können dazu bei­tra­gen, die Auf­ga­ben von Ver­wal­tung und Kom­mu­nen inno­va­tiv, nach­hal­tig und bür­ger­nah zu gestal­ten. Ob bei der Inte­gra­ti­on von inno­va­ti­ven Bil­dungs­pro­gram­men an Schulen, bei der Ent­wick­lung von neuen Formen der Par­ti­zi­pa­ti­on und Teil­ha­be an Demo­kra­tie oder bei der Ska­lie­rung von nach­hal­ti­gen Inte­gra­ti­ons­maß­nah­men für Neu­an­kömm­lin­ge – es gibt viele tolle Bei­spie­le von gelun­ge­nen Koope­ra­tio­nen zwi­schen öffent­li­cher Hand und Social Entrepreneurship.

Wie kann die Politik Social Entrepreneurship unterstützen?

In unseren Kern­for­de­run­gen haben wir bereits einige Hand­lungs­emp­feh­lun­gen zusam­men­ge­fasst. Darüber hinaus gibt es kon­kre­te Maß­nah­men, die bereits in vielen Ländern erfolg­reich erprobt sind:

Einen Social Impact Fonds aus nach­rich­ten­lo­sen Ver­mö­gens­wer­ten einrichten

Deutsch­land ist das einzige Land der G7, bei denen Ver­mö­gens­wer­te (z.B. Bank­gut­ha­ben) nach 30 Jahren in die Bilan­zen der Banken fallen, wenn die Kontoinhaber:innen unbe­kannt ver­zo­gen oder ohne bekann­te Erb:innen ver­stor­ben sind. In vielen anderen Ländern werden mit diesen soge­nann­ten “nach­rich­ten­lo­sen Ver­mö­gen” soziale Her­aus­for­de­run­gen ange­gan­gen – in Groß­bri­tan­ni­en zum Bei­spiel über den Social Impact Fonds Big Society Capital gene­rell oder in Japan die Her­aus­for­de­run­gen einer altern­den Gesell­schaft. Auch Deutsch­land sollte mit diesem Mil­li­ar­den­ver­mö­gen einen Social Impact Fonds auf­bau­en, um Soziale Inno­va­tio­nen nach­hal­tig zu finanzieren.

Open Social Inno­va­ti­on-Pro­zes­se anschieben

WirVs­Vi­rus oder UpdateDeutsch­land zeigen, dass durch öffent­li­che Betei­li­gungs­pro­zes­se zur Lösung gesell­schaft­li­cher Pro­ble­me neue Alli­an­zen gestif­tet und nach­hal­ti­ge Lösun­gen ent­wi­ckelt bzw. ska­liert werden können. Das Poten­zi­al der Zusam­men­ar­beit zwi­schen Zivil­ge­sell­schaft, Ver­wal­tung und Pri­vat­sek­tor gilt es stärker zu nutzen – dafür hat eine For­schungs­grup­pe der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät und Hertie School im März 2021 ein Policy Paper mit sieben Hand­lungs­emp­feh­lun­gen veröffentlicht.

Öffent­li­che Beschaf­fung nach sozial-öko­lo­gi­schen Kri­te­ri­en ausrichten

Gerade die öffent­li­che Hand muss als große:r Nachfrager:in von Pro­duk­ten und Dienst­leis­tun­gen Ver­ant­wor­tung über­neh­men und durch sozial-öko­lo­gi­sche Kri­te­ri­en bei Aus­schrei­bun­gen und Ver­ga­be­pro­zes­sen einen Nach­fra­gesog für sozi­al­un­ter­neh­me­ri­sche und kli­ma­po­si­ti­ve Geschäfts­mo­del­le erzeu­gen. Dadurch ent­steht eine Nach­fra­ge im zwei­stel­li­gen Mil­li­ar­den­be­reich, die nach­hal­ti­ge Geschäfts­mo­del­le lang­fris­tig attrak­tiv und wirt­schaft­lich machen würde und dadurch auch eine stär­ke­re Nach­fra­ge auch aus dem pri­va­ten Sektor gene­rie­ren würde.

Die nächsten Schritte

Viele Regie­run­gen in Europa und der Welt haben in den letzten Jahren mit Nach­druck bessere Rah­men­be­din­gun­gen für diese wich­ti­gen Zukunfts- und Lösungs­the­men auf den Weg gebracht. Die bis­he­ri­gen Akti­vi­tä­ten der deut­schen Regie­rung können höchs­tens als erste kleine Schrit­te gesehen werden und eine ernst­haf­te Umset­zung sollte durch die nächste Bun­des­re­gie­rung mit Nach­druck und der nötigen Ernst­haf­tig­keit ange­gan­gen werden! Und darin wollen wir unter­stüt­zen! Wir haben in vielen The­men­be­rei­chen Posi­ti­ons­pa­pie­re ent­wi­ckelt und erar­bei­ten gerne gemein­sam mit Politik und Minis­te­ri­en an kon­kre­ten inhalt­li­chen Angeboten.

Der gewünsch­te Input ist noch nicht dabei? Uns einfach kon­tak­tie­ren – wir freuen uns auf ein #Gemein­sam­Wir­ken!

Ansprechpartner

Markus Sauerhammer
Leitung Politik

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