Project Description

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor

Die Datengrundlage zu Potenzialen, Bedürfnissen und Herausforderungen von Social Entrepreneurs

Deutscher Social Entrepreneurship Monitor

Der Deutsche Social Entrepreneurship Monitor (DSEM) informiert seit 2018 jährlich über das deutsche Social-Entrepreneurship-Ökosystem. Er möchte damit Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine Entscheidungsgrundlage für die Unterstützung von Social Enterprises geben.

Neben kon­ven­tio­nel­len Kenn­zah­len, wie Orga­ni­sa­ti­ons­grö­ße und Umsatz­hö­he, erhebt er spe­zi­fi­sche Daten, die für das Öko­sys­tem rele­vant sind, z.B. Wahl der Wir­kungs­mo­del­le, Arten der Gover­nan­ce, Daten zu Gemein­nüt­zig­keit oder Anzahl von ehren­amt­li­chen Mitarbeiter:innen. Seit 2020 ist der DSEM ein­ge­bun­den in das von EUCLID Network gelei­te­te und durch die Euro­päi­sche Kom­mis­si­on finan­zier­te Euro­pean Social Enter­pri­se Monitor.

Ansprechpartner

Michael Wunsch
Leitung Wissenschaftliche Kooperationen

Dritter Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2020/21

Deutsche Sozialunternehmen zeigen Wege aus der Coronakrise

Um die Poten­tia­le, Bedürf­nis­se und Her­aus­for­de­run­gen von Social Entre­pre­neurs besser zu ver­ste­hen, haben wir Sozialunternehmer:innen nach dem Status ihrer Orga­ni­sa­ti­on befragt. Die Ergeb­nis­se zeigen, selbst unter den schwe­ren Bedin­gun­gen der Corona-Krise ver­brei­ten Sozi­al­un­ter­neh­men ihre Wirkung. Für viele Men­schen lindern sie gar die Pro­ble­me, die durch die Krise ent­stan­den sind und leisten in der andau­ern­den Pan­de­mie einen wich­ti­gen Beitrag für die Gesellschaft.

Anteil Ant­wor­ten­de, die von der Krise betrof­fe­nen Ziel­grup­pen helfen konnte. 

Sie zeigen sich dabei als beson­ders inno­va­tiv – sowohl in sozia­ler als auch tech­ni­scher Hin­sicht. Neben neuen Ideen für Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen, nutzen sie neue Formen der Unter­neh­mens­füh­rung und am wich­tigs­ten: Sie gestal­ten ein Umden­ken, wie gesell­schaft­li­che Pro­ble­me erfolg­reich gelöst werden können.

 Anteil Markt­neu­hei­ten zum Zeit­punkt der Gründung 

Dabei sind deut­sche Social Enter­pri­ses mehr­heit­lich weib­lich! 52,7% der Sozi­al­un­ter­neh­men werden von Frauen geführt (zum Ver­gleich: im klas­si­schen Startup Sektor sind nur 15,7% Gründerinnen).

Frau­en­an­teil in Deut­schen Social Enterprises

Darüber hinaus sind deut­sche Social Enter­pri­ses beson­ders inklu­siv und beschäf­ti­gen zu 30,6 % Men­schen mit phy­si­schen oder psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen, im Ver­gleich zu den 4,1 % im Bun­des­durch­schnitt der Privatunternehmen.

Leider treffen die oft recht jungen Social Enter­pri­ses selten auf güns­ti­ge Förder- und Unter­stüt­zungs­struk­tu­ren. Im Gegen­satz zu kon­ven­tio­nel­len Unter­neh­men haben sie oft das Nach­se­hen bei Finan­zie­rungs­mög­lich­kei­ten. Außer­dem bemän­geln sie eine schwer nach­voll­zieh­ba­re Vergabe von öffent­li­chen Finanz­mit­teln. Die drei gewich­tigs­ten Hürden für deut­sche Sozi­al­un­ter­neh­men sind:

  • eine schwer nach­voll­zieh­ba­re Vergabe von öffent­li­chen Finanzmitteln
  • zu wenig öffent­li­che Unter­stüt­zungs­sys­te­me und
  • zu wenig ver­wend­ba­re Formen von Startfinanzierung

SEND setzt sich für ein sozial inno­va­ti­ves Deutsch­land mit starken Social Enter­pri­ses ein. Dafür hat es gemein­sam mit seinen Part­ner­or­ga­ni­sa­tio­nen Posi­tio­nen ent­wi­ckelt, um der Politik Anlei­tun­gen zu geben, wie dieses Ziel zu errei­chen ist.

  • DSEM-Social-Enter­pri­ses sind in den ver­schie­dens­ten Bran­chen tätig. Am häu­figs­ten sind sie in den Sek­to­ren „Erzie­hung und Unter­richt“ und „Gesund­heits- und Sozi­al­we­sen“ aktiv.
  • Dabei wirken die DSEM-Social-Enter­pri­ses mit ihren Tätig­kei­ten am häu­figs­ten auf fol­gen­de SDGs ein: „Nachhaltige/r Konsum und Pro­duk­ti­on“, „Gesund­heit und Wohl­erge­hen“ und „Weniger Ungleichheiten“.
  • Die DSEM-Social-Enter­pri­ses setzen auf Inklu­si­on. So beschäf­tigt knapp ein Drittel Men­schen mit phy­si­schen oder psy­chi­schen Beein­träch­ti­gun­gen in ihren Organisationen.
  • Min­des­tens 92 % der DSEM-Social-Enter­pri­ses streben eine Ska­lie­rung ihrer Orga­ni­sa­ti­on an, um ihre Wirkung zu maximieren.
  • Die Band­brei­te der gewähl­ten Rechts­for­men ist sehr groß. Ins­ge­samt ordnen sich 58,6 % der DSEM-Social-Enter­pri­ses einer eher gewerb­lich ori­en­tier­ten Rechts­form zu, während 46,4 %, aus einer eher sozial ori­en­tier­ten Rechts­form agieren.
  • Aller­dings bleibt die Wahl einer adäqua­ten Rechts­form für Social Enter­pri­ses in Deutsch­land eine Her­aus­for­de­rung. So bemän­geln sechs von zehn der DSEM-Social-Enter­pri­ses die aktu­el­le Rechtslage.
  • Zwei Drittel der DSEM-Social-Enter­pri­ses nutzen hybride Ein­kom­mens­quel­len, d.h. sie erzie­len Ein­nah­men sowohl über Markt­ak­ti­vi­tä­ten als auch Nicht-Marktaktivitäten.
  • DSEM-Social-Enter­pri­ses finan­zie­ren sich am häu­figs­ten über eigene Erspar­nis­se, staat­li­che För­der­mit­tel und durch Innenfinanzierung.
  • Gleich­zei­tig stellt das Thema der Finan­zie­rung die größte Her­aus­for­de­rung für die DSEM-Social-Enter­pri­ses dar. Die schwer nach­voll­zieh­ba­re Vergabe von öffent­li­chen Finanz­mit­teln, das Fehlen geziel­ter Anschluss­fi­nan­zie­rung und der Mangel an ver­wend­ba­ren Formen von Start­fi­nan­zie­rung zählen zu den größten Hürden der DSEM-Social-Enterprises.
  • 2020 waren die DSEM-Social-Enter­pri­ses wie­der­holt eher unzu­frie­den mit der Unter­stüt­zung seitens der Politik. 80,2 % bewer­ten die För­de­rung von Social Entre­pre­neurs­hip als gering.
Dritter Deutscher Social Entrepreneurship Monitor
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Ermöglicht wurde die Studie durch

Zweiter Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2019

Social Entre­pre­neurs stellen gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen ins Zentrum ihres Han­delns, zeigen die 212 Ant­wor­ten­den des 2. DSEM 2019. Unter den viel­fäl­ti­gen Wir­kungs­be­rei­chen domi­nie­ren Bildung, nach­hal­ti­ger Konsum und Gesund­heit. Neun von zehn Social Entre­pre­neurs ent­wi­ckeln eine deutsch­land­wei­te Markt­neu­heit und zeigen damit die hohe Inno­va­ti­ons­kraft des Sektors. Inter­es­sant ist auch, dass fast die Hälfte der Gründer:innen weib­lich sind – ein starker Kon­trast zum ansons­ten män­ner­do­mi­nier­ten Grün­dungs­sek­tor.

  • Gesell­schaft­li­che Her­aus­for­de­run­gen zu lösen ist der wich­tigs­te Treiber für die DSEM-Social-Entre­pre­neurs. Eine gesell­schaft­li­che Wirkung zu erzie­len ist für die meisten (83,5%) vor­ran­gig gegen­über finan­zi­el­ler Rendite und für ins­ge­samt 96,7% min­des­tens gleich­wer­tig zu finan­zi­el­ler Rendite.
  • Dabei erwei­sen sich die DSEM-Social-Entre­pre­neurs erneut als sehr inno­va­tiv. 87,3% berich­ten von einer min­des­tens deutsch­land­wei­ten Marktneuheit.
  • Der Frau­en­an­teil der DSEM-Social-Entrepreneur-Gründer*innen istmit 46,7% ver­gleichs­wei­se hoch.
  • Die Mehr­heit (81,6%) der DSEM-Social-Entre­pre­neurs reinves­tiert eigene Gewinne schwer­punkt­mä­ßig bis aus­schließ­lich für den Zweck der Orga­ni­sa­ti­on. Auch Trans­pa­renz, z.B. im Bezug auf Gehäl­ter (63,5%), und Par­ti­zi­pa­ti­on in Form von Mit­ar­bei­ter­ein­bin­dung bei stra­te­gi­schen Ent­schei­dun­gen (84,2%) werden von vielen der ant­wor­ten­den DSEM-Social-Entre­pre­neurs gelebt.
  • Die am häu­figs­ten genann­ten Wir­kungs­fel­der, in denen die DSEM-Social-Entre­pre­neurs eine posi­ti­ve Wirkung erzie­len wollen, sind fol­gen­de SDGs: „Hoch­wer­ti­ge Bildung“ (46,2%), „Nachhaltige/r Konsum und Pro­duk­ti­on“ (45,3%), „Gesund­heit und Wohl­erge­hen“ (44,3%) und „Men­schen­wür­di­ge Arbeit und Wirt­schafts­wachs­tum“ (43,4%).
  • Inner­halb der eigenen Lie­fer­ket­ten ist gesell­schaft­li­che Wirkung eben­falls ein rele­van­tes Thema. 94,3% der DSEM-Social-Entre­pre­neurs berück­sich­ti­gen Aspekte der Fair­ness und Nach­hal­tig­keit in ihren Lieferketten.
  • Kon­ven­tio­nel­le Unter­neh­men sind an Social Entre­pri­ses inter­es­siert. Mehr als 2/3 der DSEM-Social-Entre­pre­neurs haben kon­ven­tio­nel­le Unter­neh­men als Kunden.
  • Die Finan­zie­rung ist eine der Haupt­hür­den für DSEM-Social-Entre­pre­neurs. Start­fi­nan­zie­rung, Anschluss­fi­nan­zie­rung und der Zugang zum Finanz­markt stellen sich für jeweils über 50% der DSEM-Social-Entre­pre­neurs als schwie­rig dar.
  • Die Rechts­for­men der DSEM-Social-Entre­pre­neurs sind sehr hete­ro­gen. Hier zeigt sich sowohl die soziale wie auch die wirt­schaft­li­che Ori­en­tie­rung der Social Entre­pre­neurs. Das Fehlen einer pas­sen­den Rechts­form ist für 51,4% der DSEM-Social-Entre­pre­neurs eine rele­van­te Hürde.
  • 2019 sind die DSEM-Social-Entre­pre­neurs wie­der­holt eher unzu­frie­den mit der Unter­stüt­zung seitens der Politik. Im Durch­schnitt erhält die Politik auf Bun­des­ebe­ne die Note 4,6 – unver­än­dert zum Jahr davor.
Zweiter Deutscher Social Entrepreneurship Monitior
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Ermöglicht wurde die Studie durch

Erster Deutscher Social Entrepreneurship Monitor 2018

Ob Kran­ken­ver­si­che­run­gen oder Genos­sen­schafts­ban­ken: Deutsch­land ist immer ein Land der Sozia­len Inno­va­tio­nen gewesen. Immer wieder haben sich Men­schen auf­ge­macht, die Lebens­be­din­gun­gen für Mensch und Natur zu ver­bes­sern und rich­tungs­wei­sen­de Stra­te­gien für die Zukunft zu ent­wi­ckeln. Diese Tra­di­ti­on hat sich in vielen Formen bis heute erhal­ten – und erlebt derzeit mit der wach­sen­den Anzahl an Social Entre­pre­neurs einen neuen Auf­schwung. Der 1. Deut­sche Social Entre­pre­neurs­hip Monitor 2018 zeigt die Viel­falt dieses Öko­sys­tems.

  • 9/10 DSEM-Sozi­al­un­ter­neh­men lösen gesell­schaft­li­che Pro­ble­me in Deutsch­land; 3/4 sind dabei höchst inno­va­tiv. 
  • Knapp 50% der DSEM-Grün­den­den sind Frauen. 
  • Bei 56% der DSEM-Sozi­al­un­ter­neh­men nehmen die Mit­ar­bei­ten­den direk­ten Ein­fluss auf die Ent­schei­dun­gen und haben ein Mit­spra­che­recht. 
  • 1/3 der DSEM-Sozi­al­un­ter­neh­men bewer­tet die eigenen Wir­kungs­mo­del­le, Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen als welt­wei­te oder EU-weite Markt­neu­heit. 
  • 62% der Befrag­ten sehen in Start­fi­nan­zie­rung und 65% in Anschluss­fi­nan­zie­rung eine wesent­li­che Hürde. 
  • 55% emp­fin­den Zugang zu Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­ten als wesent­li­che Hürde. 
  • Die Politik erhält ledig­lich Note 4,6 für die Unter­stüt­zung von Social Entre­pre­neurs­hip in Deutsch­land. 
  • 73% der DSEM-Sozi­al­un­ter­neh­men wollen eine stär­ke­re Reprä­sen­ta­ti­on. 
  • Sozi­al­un­ter­neh­men sind sehr hete­ro­gen. Sie sind in ihren Geschäfts- und Wir­kungs­mo­del­len, den gewähl­ten Rechts­for­men und der Finan­zie­rung sehr viel­sei­tig. 
  • 87% der DSEM-Sozi­al­un­ter­neh­men streben eine Ska­lie­rung an. 
Erster Deutscher Social Entrepreneurship Monitor
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