Bundesverdienstkreuz für Sozialunternehmerin

09.10.2018 | news

(Foto von Rolf K. Wegst)

Am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier 29 Bürgerinnen und Bürger unter dem Motto _"Kultur verbindet!" _mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Wir freuen uns sehr, dass auch unser Mitglied Katja Urbatsch von ArbeiterKind.de unter den Ausgezeichneten ist (Pressemitteilung).

Diese Auszeichnung würdigt von höchster Ebene die Verdienste von ArbeiterKind.de im Bereich Chancengleichheit in der Bildung. Das Sozialunternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, junge Menschen aus familiären Umfeldern ohne Hochschulerfahrung dazu zu ermutigen, als Erste in der Familie ein Studium anzutreten. Denn laut der 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) kann man vom Bildungsgrad der Eltern immer noch stark auf die Bildungschancen der Kinder schließen.

Schülerinnen und Schüler werden von ArbeiterKind.de auf dem Weg in das Studium begleitet und erhalten Unterstützung bei der Bewerbung, der Suche nach geeigneter Finanzierung, beim Übergang vom Studium in das Berufsleben und bei allem, was sonst noch dazugehört.

Katja kennt die Herausforderungen und Probleme von Kindern aus Familien ohne Hochschulerfahrungen nur zu gut. Auch sie ging als erste in ihrer Familie studieren. Um noch mehr jungen Menschen aus Nicht-Akademikerfamilien zu helfen, einen Hochschulabschluss zu erlangen, entschied sie sich 2008, Arbeiterkind.de zu gründen. Im Jahr 2009 wurde die Katja dann zum Ashoka Fellow und veröffentlichte 2011 ihr Buch "Ausgebremst: Warum das Recht auf Bildung nicht für alle gilt".

Gerade dieses Jahr feierte das ArbeiterKind.de sein 10-jähriges Bestehen und umso mehr freuen wir uns, dass die tolle Arbeit, die hier geleistet wird, nun auch von offizieller Seite gewürdigt wird. Herzlichen Glückwunsch zu diesen großartigen Erfolgen!

Aber Katja Urbatsch ist nicht die erste Sozialunternehmerin, die mit dem Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Weitere Träger des Bundesverdienstkreuzes aus dem Social Entrepreneurship Sektor sind zum Beispiel:

  • Norbert Kunz, der als Gründer der Social Impact gGmbH (einer Agentur für soziale Innovationen) und als Ashoka Fellow deutschlandweit Social Entrepreneurs bei der Gründung unterstützt und diverse Innovationszentren ( Social Impact Labs) errichtet hat. Außerdem ist Norbert natürlich Gründungsmitglied bei SEND.
  • Raul Krauthausen, der als Gründer von Sozialhelden (Denkfabrik für soziale Projekte) Menschen, Institutionen und Unternehmen dafür sensibilisiert, Menschen mit Behinderung als Zielgruppe für die verschiedensten Produkte und Dienstleistungen wahrzunehmen. Raul nennt sich selbst einen Aktivisten und wirkt noch in vielen weiteren sozialen Projekten.

Sozialunternehmer*innen leisten schon seit Jahren einen bedeutenden Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft. Wir freuen uns riesig darüber, dass dieses Engagement Anerkennung findet.