Kurs halten (3/3)! Wie man durch die DNA die Gemeinwohlorientierung sichert.

17.09.2018 | news

In dieser Blogreihe beleuchten wir drei Bereiche, die es uns ermöglichen, die Gemeinwohlorientierung von Sozialunternehmen zu gewährleisten. Dieser Teil der Reihe befasst sich damit, welche Rolle die DNA des Unternehmens dabei spielt. Dazu stellen wir drei unterschiedliche Konzepte vor.

  1. Purpose Economy

Das Purpose Netzwerk hilft Unternehmen, langfristig unabhängig und sinnorientiert zu bleiben. Purpose-Unternehmen existieren für ihren Sinn und Zweck. Dabei ist Gewinn lediglich ein Mittel zum Zweck. Unternehmer*innen verpflichten sich rechtlich bindend, das Unternehmen nicht zum Spekulationsgut für privaten Gewinn werden zu lassen.

Nur die, die aktiv für das Unternehmen Verantwortung übernehmen, haben auch das Recht, in Entscheidungsprozesse eingebunden zu werden – nicht also ferne Investoren oder Anteilseigner.

Die gemeinnützige Purpose Stiftung übernimmt 1% der Stimm- und Vetorechte des Unternehmens, um einer potentiellen Änderung der Purpose Grundsätze zu widersprechen. Dazu ist die Stiftung aufgrund ihrer eigenen Satzung sogar verpflichtet.

  1. Genossenschaften

Unternehmen können sich zur Wahrung ihres Unternehmenszwecks auch als Genossenschaft gründen. Bei der Rechtsform der Genossenschaft entscheiden die Mitglieder - in dem Fall die Mitarbeiter*innen - selbst über die Ausrichtung des wirtschaftlichen und sozialen Handelns einer Institution.

Das Prinzip der Genossenschaften gründet sich auf zwei fundamentale Ideen.

Jedes Mitglied trägt durch seinen eigenen finanziellen Beitrag zum Vermögen und Erhalt der Genossenschaft bei.

Jedes Mitglied hat durch seine finanzielle Beteiligung eine Stimme bei jeglichen die Genossenschaft betreffenden Entscheidungen.

Genossenschaften werden regelmäßig sowohl intern als auch extern auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft, um Mitglieder vor finanziellem Schaden zu bewahren.

Durch die Entscheidungsgewalt der einzelnen Mitglieder ist es für externe Investoren und Konzerne unmöglich, Einfluss auf die gemeinwohlorientierte Ausrichtung der Genossenschaften zu nehmen.

(Mehr zu aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene)

Wir werden hierzu auch noch ein Positionspapier veröffentlichen. Dazu dann aber später mehr.

  1. menschheit.org

Die geplante gemeinnützige menschheit.org Stiftung bietet sozialen Unternehmer*innen den notwendigen institutionellen Rahmen, um es ihren Unternehmen zu ermöglichen, einer nachhaltigen und sozialen Mission treu zu bleiben.

Die Stiftung wirkt einem mission drift der menschheit.org-Unternehmen auf zwei Arten entgegen:

  • Zum einen, indem sie sozialen Unternehmen durch Übernahme eines einzigen Geschäftsanteils Instrumente zur Verfügung stellt, die rechtlich wie tatsächlich sicherstellen, dass das Unternehmen seine ursprüngliche Mission nicht aufgibt.
  • Zum anderen, indem sie einen Raum für einen öffentlichen Diskurs über die Verwirklichung sozialer Ziele durch das Unternehmen bereitstellt.

Hierzu bietet die menschheit.org Stiftung ein sortition-basiertes Mitwirkungsinstrument für alle Menschen auf der Welt, um Entscheidungen und Ergebnisse von menschheit.org-Unternehmen mitzugestalten und hierdurch an der sozialen Zweckverwirklichung der Unternehmen teilzuhaben – die sog. Mission Council.

Die Zwecke der menschheit.org-Unternehmen orientieren sich dabei an den Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen.

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Nun haben wir aus drei verschiedenen Bereichen je drei Methoden vorgestellt, mit denen gemeonwohlorientierte Organisationen genau diese Orientierung beibehalten können und somit sicherstellen, dass die ursprüngliche Mission nicht aus den Augen verloren wird - Da kann ja eigentlich jetzt gar nichts mehr schief gehen.